Hochfirstschanze

Hochfirstschanze Titisee-Neustadt (Foto: Flominator, wikipedia.org, Creative Commons License)Unsere Hochfirstschanze ist die größte Naturschanze Europas. Seit 1950 stand bzw. steht an der heutigen Stelle im Schmiedsbachtal eine Sprungschanze. Die Vorgängerin der heutigen Großschanze war allerdings nicht mehr weltcuptauglich. Deshalb wurde diese Schanze im Jahr 2000 umgebaut. Ausschlaggebend für die Idee des Umbaus waren unsere erfolgreichen „Schwarzwaldadler“ (Martin Schmitt, Sven Hannawald, Dieter Thoma, Hansjörg Jäckle, Alexander Herr und Christof Duffner). Die mit rund 3,5 Mio. Euro umfangreiche Umbaumaßnahme führte dazu, dass unsere Sprunganlage in den FIS Weltcup-Kalender aufgenommen wurde. Im Februar 2001 eröffnete ein Continental Cup Skispringen mit internationalen B-Kader-Athleten die „neue“ Hochfirstschanze. Den offiziellen Eröffnungssprung durfte der Neustädter Skispringer Michael Möllinger übernehmen. Nachdem das Continental Cup Skispringen erfolgreich als Generalprobe abgeschlossen war, fand im darauffolgenden Dezember das erste Weltcup Skispringen statt. Bisher führten der Skiclub Neustadt, das Organisationskomitee und die Stadt Titisee-Neustadt insgesamt acht Weltcup Skispringen in den Jahren 2001, 2002, 2003, 2005, 2007, 2013, 2015 und 2016 aus.

BeschneiungDurch die veränderten „Winterverhältnisse“ im Schwarzwald drohte bei den Weltcup Skispringen hin und wieder Schneemangel. So konnte die Durchführung der Weltcup Springen in den Jahren 2002 und 2003 nur durch eine Lieferung mehrerer Sattelschlepper Schnee vom schweizerischen Gotthard gewährleistet werden. Auch im Jahr 2007 war der Winter überwiegend schneefrei, sodass eine Spezialfirma mit Hilfe eines Kühlzeltes im Schanzenauslauf zusätzlichen Schnee produzieren musste. Leider stellte sich im Sommer 2007 heraus, dass Titisee-Neustadt in den nächsten Jahren keine Weltcup Skispringen mehr veranstalten sollte. Umso erfreulicher ist es, dass wir im Dezember 2013 wieder im FIS Weltcup Kalender aufgenommen wurden. Den Termin gab die FIS im Rahmen ihrer Kalender Konferenz im Herbst 2012 bekannt: 13. – 15. Dezember 2013. In den Jahren ohne Weltcup wurden aber weiterhin regelmäßig und erfolgreich Continental Cup Springen für die zweite Garde der Skispringer durchgeführt. Um einen guten sportlichen Ablauf dieser Veranstaltungen zu gewährleisten, erwarb die Stadt Titisee-Neustadt im Laufe der Zeit einen eigenen Pistenbully für den Hang und eine Anlaufkühlung.

Siegerehrung WCS 2007 Schlierenzauer Malysz VassilievUnsere Hochfirstschanze ist, wie bereits erwähnt, eine große Naturschanze mit einem Hill Size von 142 m und einem K-Punkt (Kalkulations- bzw. Konstruktionspunkt) von 125 m. Den offiziellen Schanzenrekord hält Adam Malysz (POL) seit 2007 mit 145 m. Ebenfalls 145 m erreichte bereits Sven Hannawald im Jahr 2001. Allerdings gilt dies nicht als Schanzenrekord, da der Sprung in einer Qualifikation absolviert wurde. Die größte Weite sprang und stand jedoch Maximilian Mechler (GER) mit 150 m im Jahr 2011 während des Continental Cups. Da dies aber kein Weltcup Skispringen war, wird diese Weite von der FIS nicht als Schanzenrekord gewertet. Am Freitag, 11.3.2016 sprang Domen Prevc (SLO) einen neuen, offiziellen Schanzenrekord von 148 m bei der Qualifikation des 8. Weltcup-Wochenendes in Titisee-Neustadt.
Um die Schanzenpräparation für das Weltcup Skispringen im Dezember 2013 wetterunabhängig zu machen und Schneemangel zu vermeiden, wurden im März desselben Jahres 10.000 Kubikmeter Maschinenschnee zur Schneeübersommerung hergestellt. Der so entstandene „Schwarzwaldgletscher“ erreichte eine Länge von 65 Metern, eine Breite von 26 Metern und eine Höhe von zehn Metern. Maschinenschnee besteht übrigens nur aus Wasser und Luft – sonst nichts. Um den Sommer zu überstehen, deckte das Schanzenteam den „Schwarzwaldgletscher“ mit Fassadendämmplatten aus Styropor und Siloplanen ab. Bereits zum Continental Cup im Januar 2013 war ein erfolgreicher Versuch des Schneeübersommerns mit einer kleineren Menge Schnee und einer Abdeckung aus Sägespähnen unternommen worden. Der erste Probelauf zeigte, dass sich der „Schwarzwaldgletscher“ bis zum kommenden Winter höchstwahrscheinlich um 1/3 verringern wird. Dies bedeutet aber keine Gefahr, da für das Belegen/Präparieren der Hochfirstschanze immer noch genügend Schnee übrig bleiben wird (insgesamt sind 3600 m³ Schnee erforderlich). Bilder vom „Schwarzwaldgletscher“ sind selbstverständlich auf dieser Homepage veröffentlicht.

Schneeübersommerung (Styroporabdeckung)Weitere technische und wissenswerte Informationen über unsere Hochfirstschanze erhalten Sie hier auf der Homepage unter der Bezeichnung Info-Tour. Die Geschichte der Hochfirstschanze können Sie auf der Zeittafel nachlesen. Außerdem haben wir alle bisherigen Sieger der bisherigen Weltcup bzw. Continental Cup Skispringen auf der neuen / umgebauten Hochfirstschanze aufgelistet. Bitte besuchen Sie auch unsere Foto-Galerien.
Text: Diana Waldvogel; Bilder: Markus Feser und Stadt Titisee-Neustadt

Stadionplan:

Stadionplan Titisee-Neustadt